Was sind probiotische Arzneimittel und wie unterscheiden sie sich von krankmachenden (pathogenen) Bakterien?
Wie und wo wirkt Mutaflor®?
Wie wird die Therapiesicherheit von Mutaflor® gewährleistet?
Kann gleichzeitig mit Mutaflor® und Antibiotika therapiert werden?
Wie sollte Mutaflor® gelagert werden?
Wie und wo wirkt Paidoflor®?

 

 

Was sind probiotische Arzneimittel und wie unterscheiden sie sich von krankmachenden (pathogenen) Bakterien? hoch
 
Der Begriff "Probiotika" stammt aus der lateinischen und griechischen Sprache und bedeutet "pro bios = für das Leben". Probiotische Arzneimittel sind Präparate mit lebenden Mikroorganismen, die einen positiven Einfluss auf den Wirtsorganismus (Mensch) ausüben, indem sie das Gleichgewicht seines intestinalen mikroökologischen Systems verbessern, d.h. die Darmflora vorteilhaft beeinflussen. Beispiele: Bakterien (E. coli Stamm Nissle 1917, Mutaflor® oder Lactobacillus acidophilus, Paidoflor®)oder Hefen (Saccharomyces boulardii, Yomogi®). Pathogene Keime verursachen Krankheiten und besitzen sogenannte Pathogenitätsfaktoren. Dazu gehören z.B.:
  • Bildung von Toxinen, d.h. Giften, z.B. ein Toxin, welches eine Hämolyse verursacht und so den roten Blutfarbstoff zersetzt,
  • Antibiotikaresistenz, d.h. Unempfindlichkeit gegenüber Antibiotika,
  • Serumresistenz, d.h., die Keime können in der Blutbahn überleben.
Wie und wo wirkt Mutaflor®? hoch
 
Mutaflor® wirkt im Dickdarm. Durch die spezielle Herstellung der Mutaflor®-Kapseln öffnen sich diese erst im unteren Abschnitt des Dünndarms und setzen dort den Wirkstoff frei. Der im Mutaflor® enthaltene E.-coli-Stamm Nissle 1917 ist in der Lage, sich an der Darmwand anzuheften. Dort bilden die Bakterien eine mikrobielle Barriere gegen Fremdkeime und beeinflussen positiv das darmassoziierte Immunsystem. Außerdem fördern sie mit ihren Stoffwechselprodukten die Energieversorgung sowie die Durchblutung der Darmschleimhaut.
Wie wird die Therapiesicherheit von Mutaflor® gewährleistet? hoch
 
Mutaflor® enthält lebensfähige Keime des klar definierten Stammes E. coli Nissle 1917. Die Identität und Reinheit des Wirkstoffes wird durch eine Vielzahl hochmoderner mikrobiologischer Methoden gesichert. Im Gegensatz zu vielen anderen E. coli-Keimen, die Krankheitserreger sind, gehört der apathogene Stamm Nissle 1917 zu den probiotischen Arzneimitteln, die erfolgreich zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Deshalb darf Mutaflor® in hoher Keimzahl in den Darm gebracht werden, selbst bei Reif- und Frühgeborenen. Die zu Beginn der Behandlung in manchen Fällen auftretenden Blähungen sind ein Zeichen zu hoher Dosierung und gehen nach Reduktion der Dosis rasch zurück. Mutaflor® hat sich seit über 90 Jahren in der therapeutischen Anwendung bewährt.
Kann gleichzeitig mit Mutaflor® und Antibiotika therapiert werden? hoch
 
Wenn es medizinisch notwendig ist, kann Mutaflor® problemlos zusammen mit bestimmten Antibiotika gegeben werden, ohne dass es zu einem Wirkverlust kommt. Dazu gehören: Clindamycin, Erythromycin, Metronidazol, Penicillin G, Quinupristin/Dalfopristin, Rifampin, Teicoplanin, Vancomycin und Cefsulodin. Gegenüber diesen Wirkstoffen besitzt Mutaflor® wie alle gramnegativen Bakterien eine natürliche Resistenz. In Mutaflor® finden sich keine Resistenzgene. Mit folgenden Antibiotika sollte Mutaflor® nicht kombiniert werden, da es wie alle gramnegativen Bakterien gegenüber diesen Antibiotika empfindlich ist und eine Kombination mit diesen Medikamenten zu einem erheblichen Wirkverlust von Mutaflor® führen würde:
AmikacinGentamicin
Amoxicillin/ ClavulansäureImipenem
AmpicillinLatamoxef
AzlocillinMezlocillin
CefaclorNitrofuratoin
CefazolinNorfloxacin
CefoperazonPipemidsäure
CefotaximPiperacillin
CeftriaxoneTetracyclin
CephalothinTicarcillin
ChloramphenicolTobramycin
CiprofloxacinTrimethoprim/ Sulfamethoxazol
Doxycyclin 
Wie sollte Mutaflor® gelagert werden? hoch
 
Mutaflor® enthält gefriergetrocknete lebensfähige Bakterien, die im Kühlschrank zwischen 2°C und 8°C gelagert werden sollten. Eine Unterbrechung der Kühlung von wenigen Tagen hat in der Regel keinen Einfluss auf die Keimzahl. Bei längerer Wärmeeinwirkung können die Keime teilweise ihre Lebensfähigkeit verlieren. Es entstehen aber keinerlei toxische Substanzen.
Wie und wo wirkt Paidoflor®? hoch
 
Paidoflor® wirkt im Dünndarm. Der in diesem Präparat enthaltene Lactobacillus acidophilus ist ein natürlich im Darm vorkommender Keim, der zur Schutzflora zählt und im Dünndarm dominiert. Durch die Wiederherstellung des mikroökologischen Gleichgewichts verhindert oder bekämpft er Dünndarm-Infektionen und -Entzündungen.